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Mein persönlicher Schrecken

Ursula von der Leyen

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Mein persönlicher Schrecken

 

Man glaubt es kaum, bzw. ich glaube es selbst kaum. Vor nicht einmal fünf Minuten habe ich das obige Pamphlet verfasst und kaum beginne ich die ersten Sätze eines Interviews von meiner heiß-gehassten Familienministerin zu lesen, bin ich direkt wieder dabei, an dieser Gesellschaft zu zweifeln. Nur mal kurz ihre Reaktion auf die Redaktionsfrage, wie sie denn zu den Ungerechtigkeiten bezüglich des Sorgerechts stehe, in der Väter in Deutschland IMMER zu kurz kommen. „Erst mal die Fakten: Bei Scheidungen kommt es in 87 Prozent der Fälle zu einem gemeinsamen Sorgerecht. Und das ist gut so. In den restlichen Fällen wird in der Tat teils bitter gestritten. Die Gerichte schauen aber nicht nach Mann oder Frau, sondern orientieren sich strikt am Kindeswohl. Und da geht es natürlich um die Frage: Wer war von Anfang an da, wer hat sich gekümmert? Bisher haben junge Männer, nachdem sie Vater geworden sind, traditionell eher mehr gearbeitet als vorher. Das bleibt nicht folgenlos für die Rechtsprechung. Aber das kann sich auch ändern.“ „Gemeinsames Sorgerecht“, statistisch wundervoll belegt Frau von der Leyen, aber es gibt in diesem Land, in dem gemeinsames Sorgerecht grundlegend bedeutet, dass das Kind bei der Mutter aufwächst, überhaupt keine Sanktionen bezüglich der Mütter, die dem Vater die Möglichkeit der Ausübung des gemeinsamen Sorgerechts verweigern. Auf gut Deutsch: Wenn Mama dafür Sorge trägt, dass die Tochter den Vater nicht sehen kann, dann tut sie das vollkommen ungestraft. Aber wenn das Kind beim Vater lebt und dieser aus Sorge das selbe tut, oh mein Gott, nicht einmal eine Terrordrohung für die Sylvesternacht würde auch nur ansatzweise solche Hetzreden hervorrufen, wie kurz darauf folgen würden. „Sie orientieren sich strikt am Kindeswohl“ und da die Gesellschaft zwar schon lange der Überzeugung ist, Frauen könnten alles eigentlich sogar besser als Männer können, aber welcher Mann wäre schon in der Lage ein Kind eigenständig großzuziehen, ist diese Orientierung am Kindeswohl ein Pfad der das Kind prinzipiell in das mütterliche Heim führt. „Bisher haben junge Männer, nachdem sie Vater geworden sind, traditionell mehr gearbeitet als vorher.“ Natürlich bezieht unsere allseits mit fundierter Meinung hausierende Familienministerin in diesem Punkt nicht mit ein, dass statistisch belegt in solchen Familien die Mutter sich bereit erklärt hatte sich um das Kind zu kümmern, wohin gegen der Mann als seinen Beitrag so viel wie möglich arbeitete, um die aktuell immensen Kosten decken zu können, die ein neues Leben einer Familie abverlangt. Das es also essentielle Gründe gibt, wieso dieser Mann dem Kind bisher nicht soviel Zeit schenken konnte, wie es die Mutter getan hat, wird schlichtweg ignoriert. Männliche Beweggründe hinterfragen? Das würde Zeit kosten, die benötigt wird, um die weiblichen Beweggründe in jeder Nuance zu erfassen. „Aber das kann sich auch ändern.“ Das klingt in meinen Ohren und ich denke, da kann ich für jeden Menschen mit einem Hauch Lebenserfahrung sprechen, nach einer typischen Zusicherung oder einem Wahlversprechen. Schön klingend, haltlos, endlos schwammig und daher später überhaupt nicht nutzbar für eine auch nur ansatzweise fundierte Argumentation. Soviel zu der Frau, die die Grundlagen für Veränderungen in der deutschen, Gleichberechtigung anstrebenden „Familienpolitik“ legt.

18.10.09 21:26
 
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