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Das Tagebuch

Das Tagebuch – Mein Leben

 

Jede Geschichte dieser Welt beginnt ein wenig anders. Manche mit Vorworten, die den Leser einführen sollen, ihn mitnehmen wollen, ihm das Gefühl geben wollen, er wäre damals dabei gewesen. Andere Geschichten, beginnen inmitten einer Begebenheit und geben erst Stück für Stück, ihre Fundamente preis.

Mit mir, werdet ihr nicht mitfühlen können, ich werde euch nicht mitnehmen wollen und es wird leider weder Fundament, noch Schloss existieren, das ihr ersuchen, das ihr betreten könnt. Warum wäre wohl eine angemessene Frage. Nun, die Antwort ist weder, eine erschreckende Vergangenheit, ein mysteriöses Wesen, noch eine nicht erzählbare Liebschaft.

Ihr könnt mich lieben, ihr könnt mich hassen, könnt mich verwerfen oder auch mich so akzeptieren wie ich bin, doch mitfühlen könnt ihr nicht mit mir, denn ich habe nie gelebt. Doch obwohl ich nie lebte, habe ich mehr erlebt und mehr gefühlt als jeder Mensch. Ich habe mehr Schrecken erfahren, mehr Liebe gesehen, mehr Herzen empfunden und mehr Gedanken entschlüsselt, als jemals es jemand behaupten könnte, denn ich bin das Buch der Bücher.

 

Ich existierte, als der erste Gedanke erschaffen wurde und ich werde aufhören zu existieren, wenn der letzte Gedanke gedacht wurde. Ich wurde in Bildern an Höhlenwänden verewigt, ich wurde in riesigen Gemälden, in Balladen, in Liedern, in Dramenstücken,  in Skulpturen und in winzigen Werken fest gehalten. Keine menschliche Regung ist mir je fremd geblieben und keine menschliche Untiefe vermag zu existieren, die ich nicht eines Tages erfuhr.

 

Aus welchem Grund trete ich ausgerechnet heute auf? Wieso ein Debüt zu einer Zeit, die so einst beliebig ist, wie jede andere? Wieso eine Exposition an einem Punkt, der an Jahren sich nicht unterscheidet von all jenen, die ihm vorausgingen und sich nicht unterscheidet von  all jenen, die ihm folgen werden? Von mir wurden unzählige Formen veröffentlicht, viele die bewegen und bewegten, viele, die Abgründe offenbarten, deren Tiefen nur erahnt wurden, jedoch auch einige, die das Herz berührten und es auf samtener Himmelswärme betteten und ihm den Beweis führten, dass selbst in Zeiten, in denen Schwärze und Schwere das Schicksal bestimmen, jederzeit etwas existiert, für das es sich lohnt zu kämpfen, zu leben.

Die Formen jedoch, die aufgeschlagen wurden, vermögen nie die Urform zu sein. Kein Wort kann je geschrieben werden, keine Sammlung an Wörtern je aneinander gereiht werden, die jemals das zu nennen und zu greifen vermag, welches mein wahres Wesen fassen würde.  

Wofür sollte also die eigene Bequemlichkeit geopfert werden, um dieses Werk zu lesen? Wofür sollten Gedanken und Zeit verschwendet werden für eine handvoll Worte, die ohnehin nicht dem Sinne entsprechen, den sie zu Anfang propagieren?

 

Wenn Sie, geneigter Leser, mit solchem Gedankengut mich betrachten, so bitte ich sie mich, wenn möglich zurück zu geben und das unnütz verpulverte Geld für eine Waschmaschine anzulegen, die ihnen Arbeit und Zeit erspart, die sie wundervoll bei abendlichem Fernsehprogramm anderweitig investieren können.


Das Tagebuch – Ich

 

„Liebes Tagebuch…“ waren unzählige Anfänge, die mir eine Welt öffneten, die Milliarden schon vorher mir offenbarten und die doch mit jedem Wort ein Wesen preisgaben, welches wundervoller, einzigartiger, ja gottgleicher nicht sein könnte.

14.12.09 20:06
 
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